Institut für Schmerztherapie München
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Zusatzmodule "Spezielle Schmerzpsychotherapie" (SZ)

Die Zusatzmodule stellen eine interessante Ergänzung zum Curriculum in Schmerzpsychotherapie dar. Sie können mit der Teilnahme an den Zusatzmodulen die nach Erhalt Ihres Zertifikates zur Schmerzpsychotherapie verpflichtende einschlägige Fortbildung in einem Umfang von mindestens 30 Stunden pro Jahr nachweisen. 

Modul SZ 18

CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy) bei Patienten mit chronischen Schmerzen


Lernziele

  • - Einführung in den CBASP Therapieansatzes

    - Interpersonelles Verhalten von Patienten auf dem Kieslerkreis einschätzen können

    - Daraus folgende eigenen Verhaltensimpulse erkennen und für die Therapie nutzbar machen

    - Fähigkeit zur Unterstützung von Patienten bei der Durchführung von Situationsanalysen

     

Inhalte

Ein beträchtlicher Teil chronischer Schmerzpatienten weist eine frühe Traumatisierung auf. Diese frühen Missbrauchserlebnisse werden als Risikofaktor für die Entstehung und Aufrechterhaltung von chronischen Schmerzen diskutiert. Zudem ist die Komorbidität von chronischem Schmerz mit Depression und auch chronischer Depression hoch. Langjährig chronifizierte Schmerzpatienten zeigen oft eine veränderte Interaktionsgestaltung. Ähnlich wie chronisch depressive Patienten sind sie sich der Effekte des eigenen Verhaltens auf das Gegenüber nicht bewusst und erleben sich als interpersonell unwirksam. Die Unfähigkeit interpersonelle Probleme zu lösen und zielführend zu handeln, führt zu starker psychischer Belastung und oft zu Resignation.

CBASP, ein von Prof. James McCullough entwickeltes Behandlungsverfahren zielt auf das Training eben dieser interpersonellen Fähigkeiten ab. Es fokussiert dabei auf die Vermittlung einer speziellen Situationsanalyse und ein sich daran anschließendes Verhaltenstraining, in welchem das Zielverhalten in Rollenspielen eingeübt wird. Die Situationsanalyse fördert die mentale Fähigkeit formal-operatorisch zu denken und zu handeln und hilft dem Patienten eine kausale Beziehung zwischen seinen Verhaltens- und Denkmustern und den Konsequenzen seines Verhaltens herzustellen. Bedeutsam ist hierbei die Einordnung des eigenen Verhaltens im interpersonellen Kiesler-Kreis-Modell. In seinen Einzelschritten stärkt dieses Training die perzeptiven und interpretativen Leistungen, die Fähigkeit zur Reflexion des eigenen verbalen und nonverbalen Verhaltens, sowie den Erwerb von Steuerungskompetenz durch die Kontrastierung des habituellen dysfunktionalen Verhaltens gegen das gewünschte Zielverhalten.

Ein zweiter Schwerpunkt der CBASP-Therapie liegt auf der adaptierten Rolle des Therapeuten. Um korrigierende Beziehungserfahrungen zu fördern, werden frühe Prägungen erhoben und sich daraus ergebende Übertragungshypothesen formuliert. Der Therapeut bringt sich auf disziplinierte, verantwortungsvolle Weise persönlich (Disciplined Personal Involvement) in die therapeutische Beziehung ein, um so die Patienten zu befähigen, zwischen alten Beziehungserwartungen und dem Verhalten des Therapeuten bzw. anderer Personen zu unterscheiden (Interpersonal Discrimination Exercise).


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Modul SZ 19

Motivierende Gesprächsführung-Schmerzpatienten im Spannungsfeld zwischen Fürsorge und Ablehnung

Lernziele und Inhalte 

  • Warum sind Schmerzpatienten so schwierig?

    Wie entstehen Fürsorge und Ablehnung in der Beziehung (Diagnostik von Emotionen, Phänomene der Gegenübertragung)

    Motivierende Gesprächsführung (Miller und Rollnick 1999)bei chronischem Schmerz (Rau und Petermann 2008)

    Phaseneinteilung und therapeutische Grundzüge in den einzelnen Phasen (Maurischat 2008)

    Haltung und Vorgehen des Therapeuten (Antwortender Modus, Schmerz – Affekt – Differenzierung, maladaptive Konfliktbewältigungsstrategien, Ressourcenaktivierung in Bezug auf Grundbedürfnisse, (Egle 2017)

    Therapieziele: Symptombezogen (Schmerz, Schlaf, Stimmung, Stress), Umgang mit sich selbst, Umgang mit anderen, Klärung sozialmedizinischer Probleme.

    Sinnvolle Elemente der Interaktionsgestaltung (Schmerztagebuch, Behandlungsverträge, Infos und Videos, Schmerz-lass-nach-Rituale, Schmerzkonferenz etc.), Rolle von Achtsamkeit.

    Vorteile der Gruppenarbeit, Umgang mit Widerstand

     

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