Institut für Schmerztherapie München
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Zusatzmodule "Spezielle Schmerzpsychotherapie" (SZ)

Die Zusatzmodule stellen eine interessante Ergänzung zum Curriculum in Schmerzpsychotherapie dar. Sie können mit der Teilnahme an den Zusatzmodulen die nach Erhalt Ihres Zertifikates zur Schmerzpsychotherapie verpflichtende einschlägige Fortbildung in einem Umfang von mindestens 30 Stunden pro Jahr nachweisen. 

Modul SZ 15

Hypnose und Hypnotherapie bei Schmerzen


Lernziele

  • Überblick über Techniken und Strategien der hypnotischen Schmerzbehandlung

    Erwerb praktischer Fertigkeiten zur hypnotherapeutischen Behandlung symptomatischer Schmerzen

    - Erwerb theoretischer Kenntnisse und praktischer Fertigkeiten zur hypnotherapeutischen Behandlung chronischer Schmerzen

    - Nutzung neurowissenschaftlicher Erkenntnisse für die Erstellung eines ganzheitlichen hypnotherapeutischen Behandlungsplans

     

Inhalte

Der Workshop führt ein in die therapeutische Nutzung subjektiver Trance-Phänomene sowie die Grundregeln der Trance-Sprache. Er bietet eine Überblick über spezifische hypnotische Techniken und hypnotherapeutische Strategien zur Behandlung akuter symptomatischer und chronischer Schmerzen. Der Workshop bietet Gelegenheit zum praktischen Einüben dieser Strategien und Fertigkeiten. Ziel der Interventionen ist es, die Selbstmanagementfertigkeiten der Betroffenen zu stärken. Für den Bereich chronischer Schmerzen wird ein umfassendes neurobehaviorales Modell für die wirksame Nutzung ganzheitlicher hypnotischer Suggestionen vorgestellt. Neben inhaltlich-theoretisch Ausführungen wird das therapeutische Vorgehen praktisch demonstriert und Gelegenheit zur Selbsterfahrung in Trance geboten. Vorerfahrungen in Hypnose / Hypnotherapie sind keine Voraussetzung für die Teilnahme. Das Seminarangebot richtet sich an Psychologen, Ärzte, und Zahnärzte sowie psychologische / ärztliche Psychotherapeuten bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.


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Modul SZ 16

Komplexe Traumfolgestörungen bei chronischen Schmerzen


Lernziele


Komplexe Traumafolgestörungen sind auch bei chronischen Schmerzpatienten anzutreffen. Ein derartig komplexes Krankheitsbild stellt PsychotherapeutInnen, sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich, vor zahlreichen Herausforderungen. Dies ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass die komplexe PTBS (kPTBS) als eigenständige Diagnose bis heute nicht offiziell in die gängigen Klassifikationssysteme (ICD und DSM) Eingang gefunden hat. Somit treten die ersten Schwierigkeiten bereits in der Probatorik auf: einmal in der diagnostischen Einordnung und dann in der differentialdiagnostischen Abgrenzung des Störungsbildes. Hinzu kommt, dass eine kPTBS in ihrer psychopathologischen Architektur so komplex ist, dass sie durch andere Störungen kaschiert werden kann. Zu diesen gehören bspw. die Depression, die Borderline Persönlichkeitsstörung, aber auch Schmerzstörungen. Nicht selten bilden diese Diagnosen den Vordergrund, der für den/die PatientInnen oftmals leichter zu vertreten ist und deswegen dem/r TherapeutIn als erstes offeriert wird. Aber selbst wenn der Traumahintergrund klar ist, zeigt sich nicht selten eine Exazerbation dieser Symptome, sobald es daran gehen soll, die Traumainhalte einer therapeutischen Bearbeitung zu unterziehen, bzw. sieht sich der/die BehandlerIn mit der Frage konfrontiert, was und in welcher Reihenfolge zu tun ist, wenn den PatientInnen geholfen werden soll. Ein mulmiges bis unsicheres Gefühl sind die Folge, was wiederum dazu führt, sich von diesen Hilfebedürftigen zu distanzieren und sie den „Spezialisten" zu überlassen.


Im Rahmen des Workshops sollen im Rahmen eines fundierten Überblicks die diagnostischen und differentialdiagnostischen Grundlagen einer kPTBS näher beleuchtet, sowie ein Modell zur besseren diagnostischen Zuordnung vermittelt werden. Neben ätiologischen Modellen, wird vertieft auf die zahlreichen Möglichkeiten eingegangen, die PatientInnen in ihrem facettenreichen Störungsbild therapeutisch zu unterstützen.

 

Inhalte

kurzer geschichtlicher Exkurs; Phänomenologie, Diagnostik und Differentialdiagnostik von Traumafolgestörungen; Klassifikation von komplexen Traumafolgestörungen; Grundstrategien der psychotherapeutischen Arbeit mit Bezug auf die Problematik bei chronischen Schmerzpatienten.

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Modul SZ 17

CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy) bei Patienten mit chronischen Schmerzen


Lernziele

  • - Einführung in den CBASP Therapieansatzes

    - Interpersonelles Verhalten von Patienten auf dem Kieslerkreis einschätzen können

    - Daraus folgende eigenen Verhaltensimpulse erkennen und für die Therapie nutzbar machen

    - Fähigkeit zur Unterstützung von Patienten bei der Durchführung von Situationsanalysen

     

Inhalte

Ein beträchtlicher Teil chronischer Schmerzpatienten weist eine frühe Traumatisierung auf. Diese frühen Missbrauchserlebnisse werden als Risikofaktor für die Entstehung und Aufrechterhaltung von chronischen Schmerzen diskutiert. Zudem ist die Komorbidität von chronischem Schmerz mit Depression und auch chronischer Depression hoch. Langjährig chronifizierte Schmerzpatienten zeigen oft eine veränderte Interaktionsgestaltung. Ähnlich wie chronisch depressive Patienten sind sie sich der Effekte des eigenen Verhaltens auf das Gegenüber nicht bewusst und erleben sich als interpersonell unwirksam. Die Unfähigkeit interpersonelle Probleme zu lösen und zielführend zu handeln, führt zu starker psychischer Belastung und oft zu Resignation.

CBASP, ein von Prof. James McCullough entwickeltes Behandlungsverfahren zielt auf das Training eben dieser interpersonellen Fähigkeiten ab. Es fokussiert dabei auf die Vermittlung einer speziellen Situationsanalyse und ein sich daran anschließendes Verhaltenstraining, in welchem das Zielverhalten in Rollenspielen eingeübt wird. Die Situationsanalyse fördert die mentale Fähigkeit formal-operatorisch zu denken und zu handeln und hilft dem Patienten eine kausale Beziehung zwischen seinen Verhaltens- und Denkmustern und den Konsequenzen seines Verhaltens herzustellen. Bedeutsam ist hierbei die Einordnung des eigenen Verhaltens im interpersonellen Kiesler-Kreis-Modell. In seinen Einzelschritten stärkt dieses Training die perzeptiven und interpretativen Leistungen, die Fähigkeit zur Reflexion des eigenen verbalen und nonverbalen Verhaltens, sowie den Erwerb von Steuerungskompetenz durch die Kontrastierung des habituellen dysfunktionalen Verhaltens gegen das gewünschte Zielverhalten.

Ein zweiter Schwerpunkt der CBASP-Therapie liegt auf der adaptierten Rolle des Therapeuten. Um korrigierende Beziehungserfahrungen zu fördern, werden frühe Prägungen erhoben und sich daraus ergebende Übertragungshypothesen formuliert. Der Therapeut bringt sich auf disziplinierte, verantwortungsvolle Weise persönlich (Disciplined Personal Involvement) in die therapeutische Beziehung ein, um so die Patienten zu befähigen, zwischen alten Beziehungserwartungen und dem Verhalten des Therapeuten bzw. anderer Personen zu unterscheiden (Interpersonal Discrimination Exercise).


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