Institut für Schmerztherapie München
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Curriculum "Spezielle Schmerzpsychotherapie"

Die Inhalte und Lernziele des Curriculums sind an dem aktuellen Lernzielkatalog der DGPSF ausgerichtet. Die angebotenen Lehrveranstaltungen sind durch die gemeinsame Prüfungskommission der Schmerzgesellschaften akkreditiert. 


Modul S 1

 

Psychologische Grundlagen der SSPT 

(8UE)

Lernziele

  • Unterscheidung von diagnostischen Strategien und psychologischen Interventionen bei akutem und chronischem Schmerzen
  • Kennenlernen unterschiedlicher Schmerzmodelle
  • Erkennen von Über- und Fehldiagnostik
  • Umgang mit Beziehungsproblemen zwischen Pat. u. Th.
  • Erkennen von psychologischen Mechanismen und Einflussfaktoren der Schmerzchronifizierung
  • Kennenlernen von Grading- und Staging-Konzepten
  • Kennenlernen epidemiologischer Studien
  • Erkenntnisse zu Erfolg und Wirksamkeit von SSPT

Inhalt

  • Konzept chronischer Schmerz (Biopsychosoziales Modell)
  • Schmerzchronifzierung: Prozess und Diagnostik
  • Epidemiologie chronischer Schmerzen
  • Wirksamkeit von Schmerzpsychotherapie

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Modul S 2a

Medizinische Grundlagen 

(4 UE)

Lernziele

  • Medizinische Grundlagen der Schmerzverarbeitung und Schmerzchronifizierung: Neuroanatomie / Schmerzphysiologie, aktuelles Verständnis der molekularen und systemischen Schmerzchronifizierung, Prinzip der Sensitivierung
  • Kennen der Indikationen, Wirkungsweisen und Risiken von Schmerzmedikamenten
  • Kennen der wichtigsten Formen medizinischer Schmerztherapien

Inhalt

  • Grundlagen der Schmerzverarbeitung: Neuroanatomie / -physiologie
  • Aktuelle Konzepte zur Schmerzchronifizierung auf molekularer und systemischer Ebene
  • medikamentöse Schmerztherapie
  • Diagnostische und therapeutische Lokalanästhesie
  • Weitere nicht-invasive-medizinische Schmerztherapie (Akupunktur, TENS)
  • Invasive Schmerztherapie (epidurale Rückenschmerzstimulation)

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Modul S 2b

Medizinische Behandlung

(4 UE)

Lernziele
Kennen der wichtigsten Formen medizinischer Schmerztherapien

Inhalt

  • Weitere nicht-invasive-medizinische Schmerztherapie (Akupunktur, TENS)
  • Kennen der Indikationen, Wirkungsweisen und Risiken von Schmerzmedikamenten
  • Einteilung und Wirkweise der Medikamente
  • medikamentöse Schmerztherapie (WHO-Stufenschema, spezielle Risiken der Opiode, Entzug von Schmerzmedikamenten)
  • Diagnostische und therapeutische Lokalanästhesie (epidurale Rückenschmerzstimulation)

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Modul S 3

 

Anamnese und Diagnostik bei chronischen Schmerzen

(8 UE)

Lernziele

  • Erkennen von Besonderheiten bei der psychologischen Anamnese von Patienten mit chronischen Schmerzen
  • Sicherheit im diagnostischen Interview
  • Überblick über Fragebögen zur Schmerzdiagnostik
  • Vermittlung von Methoden zur Analyse aufrechterhaltender Bedingungen der Schmerzen
  • Einüben der Ableitung von schmerzspezifischen Therapiezielen und Behandlungsmaßnahmen

Inhalt

  • Erstkontakt mit Berücksichtigung von Motivationsproblemen und Interaktionsverhalten von Patienten mit chronischen Schmerzen
  • Themen der Anamnese
  • Verfahren zur Schmerzdiagnostik (Selbstbeobachtung, strukturierte Interviews, Fragebögen zur Erfassung subjektiver Schmerz- und Krankheitsüberzeugungen sowie zur Schmerzbewältigung, psychophysiologische Messmethoden, fremddiagnostische Verfahren)
  • Schmerzklassifikation (MASK, ICD-10)
  • Therapieplanung unter Berücksichtigung von psychischer Komorbidität und komplexen Schmerzsyndromen anhand von Kasuistiken
  • Verfahren zur Therapieevaluation 

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Modul S 4

Tiefenpsychologische Therapieansätze bei chronischen Schmerzen  

(8 UE)

                                                     
Lernziele

  • Grundlagen des tiefenpsychologischen Verständnisses von Persönlichkeit und Entwicklung von Krankheit kennen
  • Das heutige psychodynamische Verständnis der Entwicklung und Behandlung chronischer Schmerzen kennen
  • Wissen, dass chronischer Schmerz eine Modifikation traditioneller psychodynamischer Behandlungsansätze notwendig macht 

Inhalt

  • Darstellung der Entwicklung von der traditionellen Psychoanalyse bis hin zu heutigen psychodynamischen Ansätzen
  • Psychodynamische Grundkonzepte: Kindheitsbelastungs- und Schutzfaktoren, Bindungsverhalten, Abwehrmechanismen, Lebensereignisse, Übertragung/Gegenübertragung
  • Krankheitskonzepte: Somatisierung, Konversion, narzisstische Dynamik, somatoforme Schmerzstörung
  • Diagnostik: biographische Anamnese, OPD
  • Konzepte psychodynamischer Einzel- und Gruppentherapie

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Modul S 5a

 

 

Physiotherapie bei chronischen Schmerzen 

(4 UE)


Lernziele

  • Kennenlernen der Vorgehensweise und Methoden der Befunderhebung
  • Verständnis für Vermittlung des Behandlungskonzeptes
  • Kenntnisse über Behandlungsziele (z.B. Funktionsverbesserung) und Behandlungsinhalte (z.B. Mobilisation)
  • Benennung unterschiedlicher Physiotherapeutischer Techniken (z.B. Manuelle Therapie)
  • Kennennlernen Physikaltherapeutischer Maßnahmen (z.B. Thermotherapie)

Inhalt

  • Untersuchungsbefund
  • Patientenedukation
  • Behandlung
  • Physiotherapeutische Behandlungstechniken
  • Physikalische Maßnahmen
  • Transfer in den Alltag

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Modul S 5b

 

Medikamentenabhängigkeit                                                            

(2 UE)

Lernziele

  • Sensibilisierung für Missbrauch und Abhängigkeit von Analgetika
  • Kenntnis über Indikation und Durchführung von Medikamentenentzügen

Inhalt

  • Grundlagen der Pharmakotherapie (Medikamente mit Abhängigkeits- bzw. Suchtpotenzial)
  • Diagnostik (Differenzierung von schädlichem Gebrauch und Sucht)
  • Risikofaktoren (patientenbezogen, iatrogen)
  • Prävention (Therapieregeln, Edukation)
  • Medikamentenentzug (Indikation stationär/ambulant, medizinisches Vorgehen, psychotherapeutische Interventionen, Rückfallprophylaxe)

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Modul S 5c

 

Neuropathischer Schmerz: Medizinische Grundlagen und Behandlung

(2 UE)

Lernziele

  • Abgrenzung neuropathischer Schmerzen von nozizeptiven Schmerzen
  • Kennenlernen verschiedener neuropathischer Krankheitsbilder
  • Kenntnisse über spezielle diagnostische und therapeutische Maßnahmen

Inhalt

  • Begriffsbestimmung und Epidemiologie
  • Typische Krankheitsbilder und deren klinische Symptomatik
  • (z.B. Herpes Zoster, CRPS, Polyneuropathie, Trigeminusneuralgie)
  • Diagnostik
  • Pathophysiologie
  • Therapie (Pharmakotherapie, Physio-/Ergotherapie incl. Spiegeltherapie, Interventionelle Maßnahmen und multimodale Therapie)

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Modul S 6a

 

Schmerzpsychotherapie bei neuropathischem Schmerz

(4 UE)

Lernziele

  • Kenntnisse über Interventionen im Umgang mit krankheitsbezogenen Ängsten
  • Kennenlernen von Interventionen zur Förderung der Krankheitseinsicht und -akzeptanz
  • Anwendung von Techniken zur Förderung der Selbstwahrnehmung und zur Veränderung des Körperbildes (z.B. "neglect-like-Symptomatik bei CRPS)
  • Vorgehen beim Aufbau von Aktivitäten
  • Therapeutisches Vorgehen bei der Erarbeitung von alternativen Verhaltensweisen und ggf. bei beruflicher Neuorientierung
  • Anwendung kognitiver Strategien zum Umgang mit belastenden Emotionen und Interaktionen
    Identifizierung Schmerz-aufrechterhaltender Faktoren und Umgang mit möglichen Zielkonflikten

Inhalt

  • Psychoedukation
  • Stabilisierung
  • Akzeptanz
  • Selbstwahrnehmung
  • Imagination/Entspannung
  • Fear Avoidance
  • Aktivitäten-Regulierung
  • Kognitive Methoden
  • Resozialisierung
  • Operante Aspekte

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Modul S 6b

 

Schmerzpsychotherapie bei Tumorerkrankungen 

(4 UE)

Lernziele

  • Grundlagen und psychologische Besonderheiten bei Tumorschmerzen
  • Indikation und Anwendung spezieller schmerzpsychotherapeutischer individueller und standardisierter Therapieverfahren

Inhalt

  • medizinische Grundlagen
  • biopsychosoziales Bedingungsgefüge bei Tumorschmerzen
  • Psychologische Unterschiede zu anderen Patienten mit chronischen Schmerzen, die nicht an einer existentiellen, häufig deutlich lebenslimitierenden Erkrankung leiden
  • häufige Komorbiditäten
  • Besonderheiten in der Interaktion
  • Besonderheiten der Anwendung von Schmerzbewältigungstechniken
  • Spezielle Interventionsmöglichkeiten bei Trauer, Angst und Depression
  • Aufklärung, Kommunikation und Angehörigenarbeit
  • Palliativmedizinische Aspekte

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Modul S 7a

 

 

Psychoedukation: Schmerzen verstehen und erklären

(4 UE)

Lernziele

  • Die Definition, rechtlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen für Edukation kennen
  • Den Stellenwert von Edukation in Leitlinien und Manualen kennen
  • Ziele von Edukation kennen
  • Edukation ist Teamarbeit: Abstimmen, mit einer Sprache zu sprechen
  • Berücksichtigung der Ausgangssituation chronisch Schmerzkranker
  • Das Spektrum der Inhalte von Edukation überblicken und grob einordnen in Störungswissen und Behandlungswissen
  • Vier Werkzeuge der Edukation kennen und kreativ anwenden: Sprache, Bilder, Text, Medien
  • Wissen um Merkmale guter und erfolgreicher Schmerzedukation
  • Ressourcen für Edukation beurteilen können und sich das persönlich passende Portfolio zusammenstellen

Inhalt

  • Edukation kommt als wesentliches Element der Behandlung bei allen schmerzbezogenen Krankheitsbildern zum Einsatz. Edukation ist dabei Türöffner und Katalysator. Psychotherapeutisch Tätige können ebenso wie medizinisch orientierte Behandeln die physiologischen Grundlagen von Schmerzen erklären. Sie können auch die Zusammenhänge und Interaktionen von Denken, Fühlen, Handeln und Körperempfindungen darstellen.
  • Ziel von edukativen Maßnahmen ist es, den Betroffenen zum Experten für seine Erkrankung zu machen, um damit aktive und wirksame Bewältigungsstrategien und Selbsthilfemaßnahmen zu entwickeln.
  • Im Seminar werden edukative Inhalte und Methoden beispielhaft vorgestellt, diskutiert zbd die Vermittlung praktisch eingeübt. 

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Modul S 7b

 

Schmerzpsychotherapie bei Rheuma und Fibromyalgie

(4 UE)

Lernziele

  • Kennenlernen der wichtigsten rheumatischen Erkrankungen mit Symptomatik, Differentialdiagnosen und Behandlungsmethoden
  • Fibromyalgiesyndrom FMS: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik, Differentialdiagnostik und Therapie
  • Bio-psycho-soziales Modell des FMS
  • Leitliniengerechte Behandlung des FMS 

Inhalt

  • "Fibromyalgie ist kein Rheuma" sagt die Deutsche Fibromyalgie Vereinigung DFV, eine Selbsthilfeorganisation Betroffener. Entsprechend werden in diesem Workshop Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Erkrankungsgruppen dargestellt und diskutiert. Unterschiede bestehen z.B. hinsichtlich Genese, Gemeinsamkeiten hinsichtlich Schmerzen und der daraus folgenden Beeinträchtigung. Unspezifische und spezifische psychotherapeutische Ansätze werden vorgestellt und anhand von Fallbeispielen diskutiert.
  • Der Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung leitliniengerechter Behandlung der FMS und der Möglichkeiten der Schmerzpsychotherapie. 

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Modul S 8

Schmerzpsychotherapie bei Kopfschmerz

(8 UE)

Lernziele

  • Kenntnis der wichtigsten Kopfschmerzformen und biopsychosozialer Krankheitsmodelle
  • differentielle Indikationsstellung psychologischer Behandlungsansätze
  • syndromspezifische Therapie
  • interdisziplinäre Zusammenarbeit im Rahmen der multimodalen Schmerztherapie 

 

Inhalt

  • Klassifikation der wichtigsten Kopfschmerzformen: Differenzierung primäre vs. sekundäre Kopfschmerzen, Kopfschmerz vom Spannungstyp, Migräne, trigecminoautonome Kopfschmerzen, Trigeminusneuralgie, andere orofaziale Schmerzen (anhaltender ideopathischer Gesichtsschmerz, kraniomandibuläre Dysfunktion), Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch
  • Pathophysiologie und Einfluss psychischer Faktoren bei Kopfschmerzsyndromen, Vermittlung biopsychosozialer Krankheitsmodelle
  • Medizinische Behandlungsansätze (u.a. Medikamentenedukation)
  • Klinisch-psychologische Kopfschmerzdiagnostik, Indikationsstellung
  • Psychotherapeutische Behandlungsansätze: syndromspezifische Interventionen bei Migräne, Kopfschmerz vom Spannungstyp, Cluster-KS und Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch
  • Anwendung auf Fallbeispiele
  • Multimodale Schmerztherapie bei chronischen Kopfschmerzen

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Modul S 9

 

Verhaltenstherapeutische Therapieansätze bei chronischen Schmerzen

(8 UE)

Lernziele

  • Vermittlung eines biopsychosozialen Schmerzmodells
  • Aufbau von realistischen Therapiezielen
  • Erkennen von Setting bedingten Begrenzungen und Limitierungen
  • Differentielle Indikation und Anwendung verhaltenstherapeutischer Methoden und Einzelverfahren auf Schmerzprobleme
  • Anwendung von imaginativen Techniken, Um- und Ablenkungsstrategien, Abbau von dysfunktonalem Durchhalten, Aufbau angemessener Aktivitäten, Erstellen von Quotenplänen zur Belastungsdosierung, kognitive Strategien zum Umgang mit belastenden Emotionen
  • Aufbau von Schmerz- und Krankheitsakzeptanz, Umgang mit Problemen beim Training im häuslichen Umfeld, Auseinandersetzung mit dem Selbstbild, Aufbau von flexiblem Verhalten trotz Schmerz, Grundhaltungen zu Krankheit und Gesundheit
  • Kennenlernen der Besonderheiten der Schmerztherapie im Gruppensetting
  • Umgang mit Zielkonflikten
  • Einführung in den ACT-Ansatz bei chronischen Schmerzen mit Strategien zur Förderung der Achtsamkeit

Inhalt
 

  • Edukation
  • Kognitive Umstrukturierung, Aktivitätenaufbau, Entspannungstraining und Imagination in der Therapie chronischer Schmerzen
  • Abbau von Fear Avoidance
  • Akzeptanz und Achtsamkeit
  • operante Ansätze
  • Balancierung bzw. Regulierung von Ruhe und Aktivität
  • Therapie von Problemen mit Schlaf, Stress und sozialen Kompetenzen im Schmerzzusammenhang

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Modul S 10

 

Schmerzpsychotherapie bei Rückenschmerz 

(8 UE)

Lernziele

  • Erkennen der multifaktoriellen Genese bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Rückenschmerzen
  • Erkennen der Wirksamkeit psychologischer Faktoren im akuten und chronischen Stadium der Erkrankung
  • Erkennen des Zusammenwirkens der psychologischen Mechanismen mit sozialrechtlichen und iatrogenen Faktoren
  • Erkennen der Problematik von "somatisierenden" diagnostischen und therap. Verfahren
  • Erkennen der Notwendigkeit eines interdisziplinären therap. Vorgehens
  • Erkennen der Notwendigkeit der Mischung aus Behandlungsinhalten und -prinzipien

 

Inhalt

  • Multifaktorielle Mechanismen der Chronifizierung von Rückenschmerzen
  • Einfluss psychologischer Faktoren auf der kognitiven, emotionalen und Verhaltensebene
  • Angst-/Vermeidungs-Modell
  • Therap. Konsequenzen im multimodalen Setting
  • Inhalte und Prinzipien der interdisziplinären Behandlung

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